pressemeinungen



13.11.2017, Schülerkonzert Lina-Hilger-Gymnasium Bad Kreuznach, Konzertkritik "Allgemeine Zeitung", Bad Kreuznach

Klingende Musikstunde

Von Lisa-Marie Vogel

SCHULKONZERT Quartett „FourSchlag“ erläutert Percussion-Techniken und lässt das Publikum staunen

BAD KREUZNACH - Percussion mal ganz anders präsentierte das Quartett „FourSchlag“, das in der Aula des Lina-Hilger-Gymnasiums zu Gast war. Im Publikum saßen auch Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums am Römerkastell sowie des Gymnasiums an der Stadtmauer.

Das Konzert wurde im Rahmen von „Kreuznach Klassik“, der Konzertreihe der Barbara- und Rudi-Müller-Stiftung und der Sparkasse Rhein-Nahe, veranstaltet und richtete sich dabei an die Klassenstufen neun bis zwölf. Es war das erste Schulkonzert, das nun im Zuge der sonst eher nach klassischer Musik ausgerichteten Reihe stattgefunden hat.

 „Phasing“ an verschiedenen Stücken erläutert

„Moden und Ideologien gibt es auch in der Musik“, gab Clemens Trautmann von der Konzertarbeitsgruppe „Kreuznach Klassik“ vor Beginn des musikalischen Veranstaltungsteils zu Bedenken. Die Percussion-Gruppe zeige mit ihren Konzerten daher vor allem, dass Musik nicht etwa bei Bach aufhöre. Am Marimbaphon, an den Bongos oder einfach nur mit den Händen zeigte das Quartett die unterschiedlichsten Facetten der Percussion-Musik. Mittels verschiedener Stücke brachten „FourSchlag“ den Zuhörern die Technik des sogenannten „Phasings“ näher, die vor allem der Schlagzeuger und Komponist Steve Reich in seinen Stücken anwendet.

Beim „Phasing“ werden bestimmte Abfolgen von Rhythmen oder Melodien aufgegriffen und von mehreren Spielern stetig gegeneinander verschoben.
Durch diese Technik „entsteht bei jeder Verschiebung etwas Neues“, erklärte „FourSchlag“-Musiker Hans Rudolf den Schülern das Besondere.

Äußerst eindrucksvoll zeigte das Quartett die Raffinesse dieser Technik, als etwa zwei der Musiker denselben Rhythmus klatschten und diesen dann stetig verschoben.

Zur Visualisierung des „Phasings“ nutzte die Gruppe zwei Reihen neon-gefärbter Kartons, die sich analog zur „clapping music“ veränderten.

„Die Bandbreite des Schlagzeugs ist wirklich sehr groß“, sagt Michael Zeller. Eine Facette dieser Vielseitigkeit zeigten „FourSchlag“ auch, als sie im Konzert die Minimal-Musik aufgriffen. Den Umgang mit einfachen rhythmischen und melodischen „Bauteilen“, die zusammengesetzt schließlich zur Musik werden, demonstrierten die Schlagzeuger etwa am Marimbaphon. Begeistert war das junge Publikum besonders von der Fingerfertigkeit der vier Musiker, die etwa auch zu viert an den Bongos großes Koordinationsvermögen bewiesen: Die insgesamt acht Drumsticks flogen nur so in Windeseile über die Percussion-Instrumente und das, ohne sich in die Quere zu kommen.

Beim Schulkonzert am Lina-Hilger-Gymnasium durfte sich aber auch das Publikum musikalisch betätigen und gemeinsam mit der Gruppe musizieren. Zudem wurden verschiedene Alltagsgegenstände zum Klingen gebracht.



Kritik "Hanz-Online.de" vom 7. November 2017

Kurios-furioses Schulkonzert, aufgetischt von "Fourschlag" und "Kreuznach Klassik"

Bad Kreuznach, 07.11.2017
Wo „classic“ draufsteht, ist meist Herkömmliches anzutreffen, wo „Klassik“ sich ankündigt, kann es hingegen auch munter und experimentell zugehen. So erlebten es am Montag, 06.11.2017, Schülerinnen und Schüler der drei Bad Kreuznacher Gymnasien in der LiHi-Aula. Dorthin hatte „Kreuznach Klassik“ zu einem Konzert eingeladen, dem ersten Schulkonzert überhaupt in dieser Veranstaltungsreihe.

Auf der Bühne stand das Fourschlag Percussion-Quartett, eine Musikerin und drei Musiker aus Koblenz, Trier und Saarbrücken. Ihre musikalische Heimat sind Philharmonische Orchester, ihre Instrumente Schlagzeuge und Schlag-werke jedweder Art. Ihr Anliegen ist, mit der schier unbegrenzten Fülle an Klangkörpern für Rhythmus und Musik zu überraschen. Schließlich seien die Trommler die wohl einzigen Musiker, die ohne Instrument Lärm und Krach machen können, sagte Hans Rudolf (Solopauker und Schlagzeuger im Philharmonischen Orchester der Stadt Trier).

Im ersten Teil des Konzerts ging es minimalistisch zu: zurückhaltend in der Klangfülle, aber umso differenzierter in der Ausführung. Die Musiker stellten „Phasing“ vor, eine Kompositionstechnik in der Minimal Music, bei der zwei Musiker nur beinahe gleich schnell dieselbe Musik spielen. Die Töne des einen setzen zum Überholen an, zaghaft, aber stetig. Dankenswerterweise erklärten Hans Rudolf und sein Kollege Michael Zeller, was da zu sehen und zu hören war. Ein Chaos, wie sie sagten, aber eben ein wohlsortiertes: „Das klingt ein bisschen durcheinander. Schließlich rastet das Ganze wieder ein, aber um eine Note verschoben.“
tatt stufenlos, kann die Verschiebung auch blockweise erfolgen, wie es Sikiko Idei und Michael Zeller mit „Clapping Music“ demonstrierten:
Während die Musikerin ihr „Pattern“ unbeeindruckt weiterklatschte,

setzte Michael Zeller mit zunächst demselben Motiv ein, das dann aber in Bewegung geriet. Verschiedenfarbige „Bausteine“ visualisierten für das Publikum das Fortschreiten dieser Verschiebung.

Das Ergebnis solcher Verschiebungen sind vielfältige neue Strukturen, die man heraushören kann, deren man sich aber wohl erst mit Übung richtig bewusst wird. Nachvollziehbar ist aber sofort, dass diese Art des Musizierens den Musikern eine extrem hohe Konzen-trationsleistung abverlangt. Erst recht, wenn die Pattern im Musikstück sich noch aufbauen, sich dann verändern und miteinander koordiniert sein wollen. Bei dem Stück „Drumming“ von Steve Reich ist dies zu erleben. Zwei Musiker (an den vorderen Instrumenten) spielen das eigentliche „Phasing“, die Musiker an den hinteren Bongos haben die Aufgabe, neu entstehende Melodiefragmente zu verstärken.
Als Michael Zeller eine grüne Trillerpfeifer zur Hand nahm, war es Zeit für die Mitmachrunde im Schulkonzert. Eine Schulstunde lag hinter dem jungen Publikum, und seine Aufmerksamkeit bedurfte einer Auffrischung. Das klappte in Teilen unerwartet gut (so der Musiker), als nämlich in Ton und Rhythmus variierte Sequenzen nachgeklatscht werden sollten. Vergeblich versuchte der Mann mit Pfeife allerdings, den aus Stadien bekannten und hier als Fußball-Groove bezeichneten Fan-Alarm zu dirigieren.

Zwar legte man gemeinsam los, kam aber nie gemeinsam zum Ende, was immerhin zu der erwünschten Erheiterung und Auffrischung beitrug.

Damit konnte es dann ans eigene Phasing gehen: Eine Saalhälfte klatschte - gemeinsam mit zwei Musikern - das grundlegende Pattern des Fußball-Grooves, die andere Hälfte klatschte - mithilfe der Trillerpfeife dirigiert - minimal verkürzte, und dadurch beschleunigte Pattern. Das Ergebnis war das erwünschte Ton-Tohuwabohu aus neuen Strukturen.

Nach einer Umbaupause richteten die Fourschlag-Musiker „Eine kleine Tischmusik“ an - streng nach „Rezept“, wie alle Stücke in diesem Konzert. Komponist der Kochlöffelmusik mit „Mahlzeit!“ ist Manfred Menke (Video ganz oben). Es folgten weitere der versprochenen Rhythmus-Überraschungen: Körperteile als erstaunlich prägnante Resonanzkörper, hohl klingende Pappkartons, kaum hörbare Zündrädchen von Feuerzeugen und heftig gedribbelte oder beklopfte (Basket-)Bälle. Ein Dancefloor-Hit setzte den Schlusspunkt unter dieses Konzert, das in seiner Mischung aus Ernsthaftigkeit und Übermut, Professionalität und Spielfreude so lehrreich wie anregend war. Mithin genau das, was sich die Einlader von "Kreuznach Klassik" und Schulleiterin Anne Dicke für die Schülerinnen und Schüler erhofft haben dürften.

Thomas Gierse



19.02.2017, Kammerkonzert, Keramikmuseum Westerwald, Konzertkritik "Blick aktuell, Die Heimatzeitung"

Ein Konzert der ganz besonderen Art

Am Sonntag trat das Percussion Ensemble „FourSchlag“ im Keramikmuseum in Höhr-Grenzhausen auf. Das

Quartett präsentierte einen bunten Mix aus afrikanischen Trommelrhythmen, märchenhaften Xylophon-Kompositionen und außergewöhnlichen Beats.

Höhr-Grenzhausen. Eine schöne Japanerin sitzt vor einer afrikanischen Trommel. Sie schließt die Augen und plötzlich wird es ganz still im Saal. Die Musikerin sammelt ihre ganze Konzentration und beginnt mit rhythmischen Trommelschlägen und außergewöhnlichen Takten. Es ist Sakiko Idei, die das Publikum mit ihren afrikanischen Beats fesselt...

Hinter den Zuschauern gesellen sich langsam die zwei weiteren Musiker des Ensembles hinzu: Michael Zeller und Hans Rudolf mit dem Klang zweier Lamellophone, kleinen Zupfinstrumenten, die im Kontrast zur dominanten Trommel feenhafte Stimmen erzeugen und in dieser Kombination einen außergewöhnlichen Sound bilden. Das Publikum ist gefesselt und erstaunt zugleich, alle sind gespannt was als Nächstes folgen wird.

Hohe Instrumentenvielfalt

Die drei Musiker führten mit den verschiedensten Instrumenten: fort, unter anderem das Vibraphon, die Marimba, afrikanischen und japanischen Trommeln, das Regenrohr, verschiedene Xylophone, Rasseln, Cymbals, aber auch auf Tischen, Stühlen oder durch das eigenen Händeklatschen wurde musiziert. Dies ist eine klassische Eigenschaft der Perkussion. Sie zählt zur ältesten Form der Musik und bildet den Oberbegriff des Spielens aller Instrumente aus der Schlag- und Effektmusik.

Im Verlauf des Konzerts wurde das Publikum durch ein perfektes Zusammenspiel, tolle Soloeinlagen und außergewöhnliche Klänge fasziniert.

Nie hätte man gedacht, dass Schlaginstrumente neben spannenden Rhythmen und afrikanischen Klängen auch eine solche Fülle an Emotion und Leidenschaft überbringen können, wie es uns „FourSchlag“ gezeigt hat.

Immer wieder überraschten die Musiker ihre Zuschauer: Plötzlich flogen wilde Rufe zu kriegerischen Trommeltönen durch die Luft und sie fingen an, ihre Instrumente von außen zu bearbeiten – alles selbstverständlich in perfekter Harmonie und mit Klangergebnissen, die niemand erwartet hätte. Dann dient plötzlich der Tisch als Instrument: die drei Musiker streichen, kratzen, klopfen, wischen, schnipsen, klatschen, als würden sie dem Publikum in Zeichensprache eine Geschichte erzählen wollen, doch den Augen bleibt der Inhalt unschlüssig, es sind die Ohren, die ihn verstehen.

Genuss für Auge und Ohr

Doch nicht nur für die Ohren war das Konzert von „FourSchlag“ ein Genuss: In einem Trommeltrio führten die Musiker mit optischen Effekten und tollen Choreografien mit leuchtenden Trommelsticks, Spielereien und Tricks mit diesen eine aufregende Bühnenshow vor.

Bereits seit 2014 spielt die Gruppe in dieser Konstellation gemeinsam und trotz des Ausfalls des vierten Mitglieds von „FourSchlag“ meisterten die Musiker ihr Konzert mit Bravour. Mit Standing Ovations am Ende des Konzerts bedankte sich das Publikum bei dem Ensemble für das außergewöhnliche Klangerlebnis.

Am Ende bleibt dem Zuhörer die Frage bestehen, ob es die Trommellaute der Musiker oder der Applaus ist, der noch in den Ohren hallt.

Weitere Infos:

Am 14.März können Interessierte das Percussion-Ensemble in der Rhein-Mosel Halle in Koblenz erleben. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Quartetts unter www.fourschlag-percussion.de.

-ESS-



15. 12. 2013, Stunde der Philharmonie, Koblenz

Konzertkritik in der Rhein-Zeitung

Musik auf Tischen und Kartons

Konzert Abwechslungsreiche Stunde der Phiharmonie mit vier Schlagzeugern

Von unserer Mitarbeiterin Lieselotte Sauer-Kaulbach

 

■ Koblenz. Man nehme: vier Koch- mützen, vier Tische und acht höl­zerne Kochlöffel. Nicht zu verges­sen vier Schlagzeuger, die hoch motiviert auch musikalischen Spä­ßen nicht abgeneigt sind. Alles zu­sammen ergibt, wie in der Stunde der Philharmonie im Görreshaus am Sonntag geschehen, ein appetitan­regendes, witziges Gericht, nämlich Manfred Menkes „Kleine Tisch­musik11, eher eine Performance als ein bloßes Musikstück.

Wenn Akiko Shimizu und Mi­chael Zeller - sie ist stellvertretende Solopaukistin und er erster Solo- paukist der Rheinischen Philhar­monie - ein Programm austüfteln, geht es stets kurzweilig und ab­wechslungsreich zu. Außerdem hatten sich die beiden noch schla­gende Verstärkung aus Trier ein­geladen: Sakiko Idei, die in Bem- kastel-Kues an der Musikschule Schlagwerk lehrt, und Hans Rudolf, Solopaukist des Philharmonischen Orchesters der Stadt Trier.

Da treffen sich vier, die virtuos mit und auf allem, mit dem sich schlagend, rasselnd, rüttelnd,

schüttelnd und klopfend Musik 

machen lässt, spielen. Sie agieren mit dicht über- und ineinander gleitenden, rhythmischen Patterns und verleihen Steve Reichs mini- malistischem „Drumming" auf vier Bongopaaren beinahe hypnotische Wirkung. Und die vier Musiker vollziehen die Toccata für Vibra­phon und Marimba des Dänen An­ders Koppel, Jahrgang 1947, mit untrüglichem rhythmischen Gespür für dessen Gratwanderung zwi­schen Jazz, Bach und Lateinameri­kanischem nach.

So wie Koppel komponiert auch der elf Jahre jüngere Australier Ni- gel Westlake Filmmusik. Auch ohne bewegte Bilder ist seine groovige „Omphalo Centric Lecture" für vier Spieler an zwei Marimbas farbig. Das Stück ist raffiniert in den konti­nuierlichen Variationen der die Melodie begleitenden, sich überla­gernden Ostinati.

Ebenfalls Filmmusik schuf der 1970 verstorbene amerikanische Komponist George Hamilton Green, frühzeitig in der Familie musika­lisch imprägniert. Sein „Frivolity" und „Keep movin'" hören sich nicht umsonst nach frühem Disney an. Das Stück tanzt munter Ragtime und klingelt wie ein Jahrmarktka­russell, und Akiko Shimizu tanzt

und klingelt auf dem Vibraphon einfach umwerfend mit.

Ernster wird's mit einem Werk des gebürtigen Passauers Nicolaus A. Huber, Schüler unter anderem von Stockhausen und Nono. 1988 komponierte er „Clash Music" für Becken. Becken, die von dem kni­enden Perkussionisten-Quartett nicht nur gegeneinander, sondern auf den Boden geschlagen, gerie­ben, gegen den Körper gerichtet werden, Musik, die mit und aus dem Körper heraus entsteht.

Das komplexeste Werk ist das „Marimba Spiritual" des 2011 ver­storbenen Japaners Minoru Miki, komponiert zum Gedenken an eine Afrika in den 80er-Jahren heimsu­chende Hungersnot. Eindringlich sind die elegischen, meditativen, dem Marimba (Hans Rudolf) über­lassenen Passagen, bedrängt, ver­folgt, bedroht von den drei teilweise auf japanischen Perkussionsinstru­menten spielenden Schlagzeugern.

Aber schließlich darf es in einem ohnehin insgesamt erfrischend un­vorweihnachtlichen (vielleicht des­halb so gut besuchten?) Konzert auch mal nachdenklich werden. Außerdem gibt es ja noch die Zu­gabe, Trommeln auf Geschenkkar­tons - ein Tipp für die Hausmusik am Heiligen Abend.



Vier Profi-Schlagzeuger haben beim Konzert in Lindenberg mit ihrem Können wie auch mit ihrem vielseitigen Instrumentarium beeindruckt: rechts am Marimbafon Hans Ru­dolf und Akiko Shimizu, am Xylofon Sakiko Idei und ganz links Michael Zeller.

So richtig ausgetrommelt

Konzert Percussion-Quartett um den Scheidegger Michael Zeller bringt Rhythmus ins Gymnasium

VON RITA SCHUHEN

 

Lindenberg „Jeder Mensch hat et­was, das einen antreibt“, lautet der Werbeslogan einer Bank. Dies scheint auch auf Schlagzeuger Michael Zeller zuzutreffen. Jedenfalls berichtet Musiklehrer Artur Trons­berg, der das musikalische Talent des damals Sechsjährigen erkannt und gefördert hat: „Michael wollte Schlagzeug spielen lernen, weil er auch einmal einen BMW fahren wollte, so wie ich damals“. Im Gym­nasium Lindenberg hat Zeller mit seinem Percussion-Quartett „Four- Schlag“ ein grandioses Konzert ge­geben. Es war gleichzeitig der ge­lungene Auftakt zur Kooperation

von Musikschule Lindenberg und Förderkreis Gymnasium.

Ein Feuerwerk

Zu einem rhythmischen Feuerwerk gerät das Stück „Teamwork“ von Mitch Marcovich, mit dem die Mu- sikerinnen und Musiker den Abend eröffnen. Jeder von ihnen kann auch als Solist Erfolge nachweisen - beim Stück „Drumming“ mit acht Bon­gos ist jedoch Zusammenspiel ge­fragt. So gelingt eine klanglich und rhythmisch spannende Aneinander­reihung von musikalischen Frag­menten, die die Zuhörer mit „Bra- vo“-Rufen honorieren.

Fast tänzerisch gestalten sich die Stücke von George Hamilton

Green. Die Melodieführung am Xylofon scheint der Solistin Sakiko Idei wie auf den Leib geschnitten. Temperamentvoll und mit atembe­raubender Geschwindigkeit ent­lockt sie mit ihren Schlägeln den Klangstäben Ragtime-Rhythmen. Akiko Shimizu, Hans Rudolf und Michael Zeller sorgen an den Ma­rimbafonen für die klangvoll rhyth­mische Unterstützung.

Beim variantenreichen Stück „Stick Trix“ wechseln sich die vier Schlagzeuger an den verschiedenen Trommeln ab, und bei der „Kleinen Tischmusik“ von Manfred Menke kommen neben Tischplatten auch Kochlöffel zum Einsatz.

Über den Komponisten Nicolaus

A. Hubers steht im Programm, er lote immer auch die körperlichen Möglichkeiten und Belastbarkeiten der Musiker aus. Die Schlagzeuger zeigen bei „Clash Music“ jedenfalls vollen Einsatz. Das Spiel mit den kleinen Becken beherrschen sie ge­nauso wie das rhythmische Ballspiel.

Frenetischer Beifall

Den absoluten Höhepunkt des Kon­zertes „Marimba Spiritual“, gestal­teten die Vollblutschlagzeuger mit Michael Zeller am Marimbafon lei­denschaftlich. Das Publikum dankte mit frenetischem Beifall und erhielt dafür eine Zugabe der vier Schlag­zeuger, die sich an Kartons noch einmal so richtig austrommelten



Solistin überzeugt am Marimbafon

Musik Konzert in der Münstermaifelder Synagoge zieht Zuhörer in den Bann - Von Kulturverein organisiert

 

Ihr Können am Marimbofon bewies Sakiko Idei bei einem Konzert in der ehemaligen Synagoge in Münstermaifeld von Ulrich Bauer

Münstermaifeld. Premiere in Münstermaifeld. Zu erleben war ein Konzert mit einer Marimbafon-So- listin. Der Naunheimer Kulturverein konnte die aus Japan stammende und mittlerweile in Trier lebende klassische Schlagzeugern Sakiko Idei für einen Auftritt in der ehema­ligen Synagoge gewinnen. Vom ersten Ton an stellte Idei unter Be­weis dass das Marimbafon, ein größerer Verwandter des Xylofons, der über zusätzliche Resonanzröhren verfügt, seit einigen Jahrzehn­ten zu Recht einen festen Platz in der westlichen Kunstmusik bean­sprucht und von zahlreichen, zeit­genössischen Komponisten auch mit Solowerken bedacht wurde. Den Anfang machten allerdings zwei Mertlocher Musikschüler. Das Geschwisterpaar Annika (14. Blockflöte) und Felis (15. Gitarre) Jünger, beide Förderschüler der Kreismusikschule Mayen-Koblenz, zeigte, dass man sich über dern mu­sikalischen Nachwuchs auf dem Maifeld keine Sorgen zu machen braucht.

Mit bemerkensvwerter technischer Akkuratesse und mitreißender Spielfreude brachten sie Diego Ortiz wohlbekannte .Recercada primera*. zwei Sätze aus einer Sonate des Barockkomponisten Emst Göttleb Bàron sowie em neueres "Poeme lyrique' von Guus Dresens zu Gehör. Sakiko Idei eröffnete ihr Pro­gramm direkt mit einem Hauptwerk der abendländischen Musik, näm­lich mit der dritten von Johann Se­bastian Bachs berühmten Solo-Suiten, eigentlich für Cello komponiert, aber von der Japanerin ausdrucks­stark aufs Marimba übertragen Es waren nicht nur das virtuos-geschmeidige Spiel und die rhythmi­sche Akzentuiertheit in den schnel­leren Sätzen, sondern vor allem auch das kontrollierte Quasi-Legato und die spannungsvolle Phrasen­gestaltung, mit der Idei zu über­zeugen wusste Die voluminösen tiefen Töne des fünfoktavigen Inst­ruments ließen den Synagogenaum zuweilen geradezu erbeben, während es speziell die sehr leisen Töne waren, die die Zuhörer in ih­ren Bann zogen.­

Etwas "leichtere* Kost wurde im weiteren Verlauf des Programms geboten Rich O'Meras rhythmisch- miniimalstische Etüde Restless bot der Solistin nun die Möglichkeit die erweiterte Palette virtuoser spieltechnischer Möglichkeiten ih­res Instruments vorzuführen. Japa­nisches Lokalkolorit brachten hin­gegen die Kompositionen "Wind in the Bamboo Grove* und "Dreams of the Cherry Blossoms* von Keiko Abe sowie Eichi Asabulas Variatio­nen über ein japanisches Volkslied. In diesen Werken blitzen immer wieder Phrasen traditioneller japa­nischer Musik auf und verbinden sich zum Teil mit lautmalerischen Effekten. Argentinisches Tempera­ment bewies die Künstlerin in Eric Sammuts Marimba-Variationen über Astor Piazzollas Liebestango um dann in Alice Gomez' "Rain Dance" ihre ganze rhythmische Präzision und energiegeladene Agilität unter Beweis zu stellen. Sakiko Idei bedankte sich für den Ap­plaus des Publikums mit zwei ful­minanten Zugaben.